Mein Weg zum Yoga
Bevor ich Yoga unterrichtet habe, war mein Alltag ein anderer. Ich habe viele Jahre im Gesundheitswesen gearbeitet – Schichtdienst, hoher Druck, wenig Schlaf.
Mit der Zeit wurden meine Rückenschmerzen so stark, dass ich oft nicht mehr wusste, wie ich den Tag schaffen sollte.
2009 hat mich meine Frau Sonja zum ersten Mal in einen Yogakurs mitgenommen. Ich ging, nicht aus Neugier, sondern weil meine Schmerzen kaum noch auszuhalten waren.
Dort habe ich zum ersten Mal gespürt, wie gut mir Ruhe, Atmen und einfache, sanfte Bewegung tun.
Trotzdem bin ich lange in meinem alten Leben geblieben – viel Verantwortung, wenig Pausen, wenig Raum für mich.
Irgendwann haben Sonja und ich gemerkt, dass wir Abstand brauchen. Echten Abstand.
Wir sind mit dem Fahrrad von Bayern nach Indien gefahren. Tag für Tag, langsam, mit viel Zeit zum Nachdenken, Schweigen und in sich Hineinspüren.
In Südindien, in Madurai, kamen wir an einen Punkt, an dem wir beide bemerkten, dass wir einen ruhigen Ort brauchen, um klarer zu sehen und herauszufinden, wie es weitergehen kann.
Wir sind dort gemeinsam in ein einfaches, stilles Yoga-Zentrum gegangen – ohne Ablenkung, ohne Druck, sehr schlicht und wohltuend.
Dort wurde mir klar, dass ich mein Leben verändern möchte. Und dort habe ich den Entschluss gefasst, eine Yogalehrerausbildung zu beginnen.
Ich habe mich noch während unserer Reise für eine Ausbildung in Deutschland angemeldet und wusste: Das ist mein neuer Weg.
Nach unserer Rückkehr habe ich die Ausbildung abgeschlossen und mich intensiv mit den Themen Ruhe, Nervensystem und Achtsamkeit beschäftigt. Nicht, um Yoga „perfekt“ zu können, sondern um das weiterzugeben, was mir selbst wieder Halt gegeben hat.
Heute unterrichte ich Yoga so, wie es mir damals gefehlt hat: ruhig, achtsam, ohne Eile und ohne Leistungsdruck. Bei mir muss niemand etwas können. Es geht darum, wieder bei sich anzukommen – im Körper, im Atem und im eigenen Tempo.
Das ist mein Weg.
Und es ist der Grund, warum ich heute hier bin: um einen Ort zu schaffen, an dem Menschen nicht funktionieren müssen, sondern einfach sein dürfen.
Wenn du das Gefühl hast, dass dir ein ruhiger Ort guttun könnte, bist du herzlich eingeladen, einfach mal vorbeizuschauen.
Dein Olli